Bombensplitter
Wir erleben weltweit einen neuen Rüstungswettlauf, auch mit atomaren Waffen. Erschreckende und beklemmende Nachrichten und Zahlen dazu treffen uns manchmal wie Bombensplitter. Es folgt eine kleine, unsystematische, nahezu zufällige und damit unausgewogene Auswahl solch täglicher „Bombensplitter“, vorwiegend aus „Mainstream“-Medien. Am Schluss des Blog-Beitrags ÖKOPAX-Empfehlungen, für diejenigen, die zweifeln, ob Sicherheit und Frieden wirklich nur durch Hochrüstung erreicht werden können.
Graphik: Arno Neuber / Informationsstelle Militarisierung (IMI) Tübingen
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In ihrem Jahresbericht warnen die SIPRI-Friedensforscher vor neuem Atomrüsten. Staaten setzten zunehmend auf Atomwaffen, eine Eskalation werde wahrscheinlicher. Besonders unter Druck: Europa.
Die Welt bleibt hochgerüstet - und Atomwaffen rücken wieder stärker in den Fokus. Zwar gibt es weltweit etwas weniger nukleare Sprengköpfe als noch vor einem Jahr. Doch das bedeutet nicht mehr Sicherheit.
Denn die politischen Umstände hätten sich verändert, sagt Karim Haggag, Direktor des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI: "Im Kalten Krieg waren Atomwaffen ein zentraler Bestandteil, um das Gleichgewicht zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion zu sichern - gestützt nicht nur auf militärische Fähigkeiten, sondern auch auf ein sehr ausgefeiltes System der Rüstungskontrolle."
Tagesschau, 8. Juni 2026.
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Nulearsprengköpfe Bestände Januar 2026, SIPRI Jahresbericht.
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„Deutschland und Frankreich haben erste konkrete Übungen für eine Kooperation bei etwaigen französischen Atomwaffeneinsätzen realisiert. Anlässlich des Deutsch-Französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrats, der am Freitag auf dem Fliegerhorst Nörvenich südwestlich von Köln abgehalten wurde, führten zwei Mirage-Kampfjets der französischen Nuklearstreitkräfte sowie zwei deutsche Eurofighter Übungen etwa in der Luftbetankung durch. Für diesen Herbst ist die Entsendung deutscher Militärs als Beobachter zu einem französischen Atomwaffenmanöver geplant. Grundlage ist die Strategie der „vorverlegten Abschreckung“ („dissuasion avancée“), die Präsident Emmanuel Macron am 2. März öffentlich vorgestellt hat und die eine Einbindung anderer Staaten Europas vorsieht, darunter Deutschland. Allerdings dürfen die eingebundenen Staaten weder an einem etwaigen Beschluss zum Einsatz von Atomwaffen teilnehmen noch an Entscheidungen, die die Planung derartiger Einsätze betreffen. Paris behält damit die alleinige Führung. […]“
German-Foreign-Policy.com, „Im Zeitalter der Atomwaffen.“ 20. Juli 2026.
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Staatliche Ausgaben für Atomwaffen in 2025.
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„Zu den Absonderlichkeiten, die die neue Weltordnung seit dem russischen Überfall auf die Ukraine und der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus mit sich gebracht hat, gehört, dass Pistorius gar kein Wahl hat: Er muss 700 Milliarden Euro ausgeben, weil Kanzler Friedrich Merz (CDU) Trump zugesagt hat, dass die Bundesrepublik ihre Verteidigungsausgaben wie andere NATO-Partner schrittweise von zuletzt knapp 1,8 auf 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung steigern wird.“
Süddeutsche Zeitung, 25./26. Juli 2026.
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„Denn in der Industrie hat die weitgehende Herausnahme der Verteidigungsausgaben aus dem engen Korsett der Schuldenbremse für eine regelrechte Goldgräberstimmung gesorgt. Motto: Die Regierung hat jetzt so viel Geld, dass sie jeden Preis zahlen kann.“
Süddeutsche Zeitung, 25./26. Juli 2026.
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Graphik: Arno Neuber / Informationsstelle Militarisierung (IMI), Tübingen
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Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat grünes Licht für den Einstieg des Bundes beim Panzerbauer KNDS gegeben. Die Mitglieder stimmten dazu entsprechenden Plänen der Bundesregierung zu und billigten eine außerplanmäßige Ausgabe in Höhe von bis zu 7,2 Mrd. Euro.
Das Unternehmen entstand durch die Fusion von Krauss-Maffei Wegmann mit dem französischen Unternehmen Nexter. Es beliefert nach eigenen Angaben mehr als 40 Armeen weltweit.
Main-Post, 27. Juni 2026.
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Noch nicht abgestumpfte Leser (und auch Leserinnen) werden unvermeidlich beim täglichen Medienkonsum von weiteren Bombensplittern verletzt werden.
Nein, die Friedensbewegung hat keine Patentlösungen. Aber wer dem Sog der Bedrohungserzählung und der scheinbar alternativlosen Rüstungseskalation etwas entgegensetzen möchte, dem seien z.B. empfohlen:
- Die sehr informative homepage der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN): www.icanw.de
- Das Buch von Hanne-Margret Birckenbach: Friedenslogik verstehen, 2. aktualisierte und erweiterte Auflage 2026, Wochenschau Verlag
- Das Positiv-Szenario der Initiative „Sicherheit neu denken“ Europas Rolle für den Frieden in der Welt. Eine europäische Friedensperspektive 2025-2040. Weiteres siehe auch: www.sicherheitneudenken.de