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Macrons nukleare Pläne für Europa

Macrons nukleare Pläne für Europa

von Simon Bödecker

Es waren dramatische Worte in einer perfekt inszenierten Kulisse: Auf dem Stützpunkt Ile Longue, direkt vor dem beeindruckenden Bug des Atom-U-Bootes Le Téméraire, hielt der französische Präsident Emmanuel Macron am 2. März 2026 eine Rede an die Nation. Mit ernster Stimme kündigte er den Kauf neuer Raketen, neuer Marschflugkörper und sogar einer neuen U-Boot-Generation an. Zudem werde Frankreich die Zahl seiner Atomwaffen erhöhen – Details dazu seien jedoch ab sofort geheim. Damit steigt Paris in das weltweite nukleare Wettrüsten ein.

Seit den 2000er Jahren besitzt Frankreich maximal 300 Atomsprengköpfe. Genau diese Anzahl hält der Élysée-Palast für nötig, um einen existenzbedrohenden Angriff auf die Grande Nation abzuschrecken. Unser Nachbarland hat mehrfach stolz darauf verwiesen, dass es nicht aufrüstet und transparente Informationen über sein Arsenal veröffentlicht. Die beabsichtigte Botschaft war klar: Von Frankreich geht keine Gefahr aus. Doch das ist jetzt vorbei.

Schlüsselrolle für Deutschland

Und noch einen weiteren Paukenschlag hatte Macron im Gepäck: Mit Belgien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Großbritannien, den Niederlanden, Polen und Schweden sind inzwischen zahlreiche europäische Staaten auf sein Angebot einer nuklearen Zusammenarbeit eingegangen. Deutschland kommt dabei offenbar eine Schlüsselrolle zu: In einer neuen deutsch-französischen „Nuklear-Steuerungsgruppe“ wird unter anderem die Beteiligung der Bundeswehr an französischen Atomübungen geplant. 

Im Zentrum von Macrons Plänen stehen französische Rafale-Kampfflugzeuge, die nukleare Lenkwaffen aus der ASMPA-Familie (Air-Sol Moyenne Portee: Mittelstreckenwaffen mit 500 km Reichweite) tragen. Sie könnten vorübergehend auch in europäischen Partnerländern stationiert werden. Besonders brisant daran: Die nuklearen Marschflugkörper sind auch für einen Erstschlag gedacht! Der französische Präsident unterstrich in seiner Rede, dass er einen Ersteinsatz einer Atomwaffe explizit vorsieht – als „unmissverständliche Warnung“, für den Fall, dass ein Gegner drohe, die vitalen Interessen Frankreichs zu verletzen.

Das ist keine Option!

Mit der geplanten atomaren Aufrüstung und der expliziten Bereitschaft zu einem Erstschlag untergräbt Macron das nukleare Tabu und heizt die Eskalationsdynamiken in Europa weiter an. Für Ohne Rüstung Leben ist klar: An einer solch riskanten Politik darf sich Deutschland nicht beteiligen! Wir fordern zusammen mit unseren französischen Partnern die geplante Aufrüstung und die nukleare Zusammenarbeit sofort zu beenden und stattdessen unsere gemeinsame Sicherheit zu stärken – durch Rüstungskotrolle, Abrüstung und das Verbot aller Atomwaffen.

 

 

Aus: informationen  196 / 2026-2, OHNE RÜSTUNG LEBEN 

Leicht gekürzt mit freundlicher Genehmigung des Autors

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